Dr. NIKOLAUS GREM | EINGETRAGENER MEDIATOR

Dr. Nikolaus Grem unterstützt Privatpersonen und Unternehmen dabei, Konflikte rasch, diskret und lösungsorientiert zu klären – mit Mediation, Konfliktcoaching und strukturierter Gesprächsführung. Mein Arbeitsgebiet umfasst Wien, Niederösterreich und Burgenland; in Ausnahmefällen übernehme ich Mandate auch in der Umgebung von Kitzbühel. Wenn ein Konflikt zu viel Energie, Zeit oder Reputation bindet, geht es nicht um „Recht haben“, sondern um eine Lösung, die in der Realität funktioniert: nachvollziehbar, tragfähig, umsetzbar. Genau dafür ist Mediation gemacht.

 

Mediation eignet sich überall dort, wo Menschen weiter miteinander zu tun haben (oder zumindest geordnet auseinandergehen müssen): in Betrieben und Teams, zwischen Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern, in Familien, bei Trennung, zwischen Generationen oder in Nachbarschaften. Der Fokus liegt auf Klarheit: Was ist der Kern des Problems, was steht auf dem Spiel, welche Interessen sind tatsächlich relevant – und welche Vereinbarung ist realistisch und alltagstauglich. Der Ton ist wertschätzend, die Sache ist konsequent: kein „Herumreden“, sondern strukturierte Klärung.

 

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Lehrlingsmediation nach § 15a Berufsausbildungsgesetz (BAG). Wenn es im Lehrverhältnis knirscht, entscheidet oft Tempo und Professionalität darüber, ob eine Ausbildung stabilisiert werden kann oder ob es zum Abbruch kommt. Lehrlingsmediation schafft einen klaren, sicheren Rahmen, in dem Lehrbetrieb und Lehrling (bei Minderjährigkeit auch die gesetzliche Vertretung) die Konfliktlage strukturiert aufarbeiten und konkrete nächste Schritte festlegen können. Typische Themen sind Kommunikation und Umgangston, Erwartungen an Leistung und Verhalten, Fehlzeiten, Konflikte im Team, Missverständnisse zwischen Ausbildung und betrieblichem Einsatz sowie die Schnittstelle Berufsschule – Betrieb – Elternhaus. Mehr Details, Ablauf und typische Konstellationen finden Sie auf der eigenen Unterseite „Lehrlingsmediation“.

 

Ziel der Lehrlingsmediation ist nicht „Schuld“, sondern eine praktikable Lösung: klare Regeln der Zusammenarbeit, verbindliche Absprachen, ein realistischer Ausbildungs- und Feedbackmodus – und, wenn eine Fortsetzung nicht sinnvoll ist, eine geordnete, respektvolle Klärung der Trennung. Für Lehrbetriebe ist das oft der entscheidende Schritt, um Eskalation, Ausfälle und unnötige Folgekosten zu vermeiden; für Lehrlinge ist es die Chance, gehört zu werden und Perspektive zu gewinnen.

 

Darüber hinaus begleite ich Scheidungs- und Trennungsmediationen mit dem Ziel, Kommunikation zu stabilisieren und tragfähige Regelungen für die Zeit danach zu erarbeiten – insbesondere dort, wo gemeinsame Verantwortung bleibt (Kinder, Vermögen, Wohnsituation, laufende Verpflichtungen). Der Mehrwert liegt in Struktur und Deeskalation: Themen werden sortiert, Positionen in Interessen übersetzt, und am Ende steht eine Vereinbarung, die nicht nur „schön formuliert“, sondern lebbar ist.

 

Im tertiären Bildungssektor sowie in der Aus-, Fort- und Weiterbildung entstehen Konflikte häufig an Schnittstellen: Trägerorganisation – Leitung – Lehrende – Teilnehmende, Prüfungs- und Leistungsfragen, Erwartungsmanagement, Rollenunklarheiten, Kommunikations- und Kulturthemen. Hier wirkt Mediation besonders gut, weil sie Ordnung in komplexe Stakeholder-Lagen bringt und Lösungen ermöglicht, ohne dass Fronten weiter verhärten. Das gilt ebenso für Konflikte in Ausbildungsbetrieben, Bildungseinrichtungen, Akademien und hochschulnahen Kontexten.

 

Im Bereich Erbschaft, Schenkung und Generationenthemen geht es selten nur um Zahlen. Es geht um Anerkennung, Fairness, Lebensleistung, Erwartungen und alte Kränkungen – oft unter Zeitdruck. Mediation ermöglicht, diese Ebenen zu benennen, ohne sie zum Selbstzweck zu machen, und daraus klare, tragfähige Absprachen abzuleiten – sei es zur Vermögensaufteilung, zu Übergaben oder zu künftigen Zuständigkeiten in der Familie.

 

Bei Konflikten zwischen Mieterin, Mieter und Vermieterin, Vermieter sowie in Nachbarschaften und Wohngemeinschaften ist das Ziel fast immer dasselbe: rasch Ruhe herstellen und Regeln finden, die den Alltag wieder möglich machen. Ob Lärm, Nutzung gemeinsamer Flächen, Haustiere, Betriebskosten, Abnützung, Besuch, Hygiene oder „Stilfragen“ des Zusammenlebens – Mediation bringt die Sache auf den Punkt und verhindert, dass Bagatellen zu Dauerkrieg werden.

 

Interkulturelle Mediation – insbesondere mit Bezug zum arabischen Raum – erfordert mehr als Übersetzung. Es geht um unterschiedliche Kommunikationslogiken (Direktheit/Indirektheit), Gesichts- und Ehrkonzepte, Familien- und Rollenverständnisse, Autoritäts- und Konsensmechanismen. Ich arbeite so, dass alle Seiten „gehört“ werden, ohne dass der Prozess weichgespült wird: Kultur wird als Kontext berücksichtigt, nicht als Ausrede.

 

In psychosozialen Kontexten steht zusätzlich die Stabilisierung im Vordergrund: Konflikte sind hier oft mit Belastung, Erschöpfung, Angst oder Überforderung verbunden. Mediation bedeutet dann: klare Struktur, sichere Gesprächsführung, Tempo rausnehmen, ohne das Ziel zu verlieren – und eine Lösung, die nicht nur juristisch oder organisatorisch, sondern menschlich tragfähig ist.

 

Wenn Sie rasch Klarheit brauchen – als Betrieb, als Familie oder als Einzelperson: Ein kurzes Erstgespräch reicht, um Eignung, Setting und den schnellsten sinnvollen Weg festzulegen. Kontaktaufnahme idealerweise mit zwei, drei Sätzen zum Anlass (ohne Detailausführung) und einem Terminvorschlag; der Rest wird im geschützten Rahmen geklärt.

 

Hinweis: Mediation ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Den Parteien steht es frei, sich vor, nach oder zwischen Terminen durch Rechtsanwältinnen, Rechtsanwälte oder andere fachkundige Personen beraten zu lassen.



Streitende sollten wissen, dass nie einer ganz recht hat und der andere ganz unrecht.    Kurt Tucholsky